Bayernliga Nord: FCC - SSV Jahn Regensburg II 3:3 (2:2)

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Spektakel ohne Verlierer

Ein spektakuläres Bayernligaspiel haben der FC Coburg und der SSV Jahn Regensburg II abgeliefert. Beim 3:3-Unentschieden gab es keinen Verlierer und die Zuschauer als Gewinner. Denn beide Teams setzten voll auf Offensive und erspielten sich jeweils Torchancen en masse, erwiesen sich allerdings defensiv auch als relativ anfällig. Für die Vestekicker der erste Saisonpunkt daheim und eine klare Leistungssteigerung gegenüber der 0:3-Niederlage 14 Tage zuvor gegen Stadeln. FCC-Coach Carl-Philipp Schiebel war jedoch nur halb zufrieden. Denn seine Elf hatte am Ende den Siegtreffer mehrfach auf dem Fuß. „Es tut sehr weh, dass wir nicht gewonnen haben. Aber wir sind dreimal stark zurückgekommen, und darauf können wir stolz sein.“

Nach minimalem Abtasten ging es hin und her: SSV-Außen Marco Maul zielte aus spitzem Winkel vorbei, FCC-Goalgetter Aykut Civelek wurde gerade noch geblockt, sein Kollege Roman Guhling schoss nur knapp vorbei. Genug der Coburger Torannäherung: Rene Knie spielte von außen einen perfekten Ball hinter die Kette und Norik Höhn ließ sich diese Chance zum 1:0 nicht entgehen. Doch die Freude währte nur eine Minute, dann verteidigte der FCC eine Flanke schlampig, Keeper Luis Krempel konnte noch halten und Jacob Seibold war per Nachschuss zum 1:1 zur Stelle. Kurz darauf setzte der überragende Jahn-Stürmer Kelvin Onuigwe Maul in Szene, doch der vergab aus wenigen Metern. Aber der FCC kam wieder in die Spur – das erste der von Schiebel ausgemachten Comebacks – und wurde immer wieder über den (ebenso wie Jason Geißendörfer und Leonard Späth nach Verletzung debütierenden) Fabian Carl gefährlich. Erst scheiterte er nach Steilpass, dann bereitete er für Aykut Civelek, Roman Guhling und Rene Knie vor und bediente schließlich Knie. Dessen Querpass ließ Guhling zu Civelek durch, der das Leder aus 18 Metern traumhaft zum 2:1 in den Winkel schweißte. 

Die Vestekicker blieben bissig und hätten nach Norik Höhns Balleroberung eigentlich durch ihn und Civelek erhöhen müssen. Stattdessen gestatteten sie dem SSV in der überlangen Nachspielzeit mehrere Gelegenheiten und durch ein Foul von Späth einen Elfmeter, den Onuigwe per Innenpfosten in Minute 51 der ersten Halbzeit zum Ausgleich versenkte. Aber Coburg war nach dem Seitenwechsel wieder da – Comeback zwei – und schnupperte bei Kopfbällen von Jonas Kirchner und Höhn nach Flanken von Adrian Guhling und Carl an der nächsten Führung. Auf der anderen Seite ließ der von Fortuna Regensburg zum SSV gewechselte letztjährige Bayernliga-Torschützenkönig Fabian Ziegler eine große Kopfballgelegenheit aus. Doch die besseren Chancen hatte der FCC: Luca Oikonomides über rechts, Knie nach Vorlage Höhn, wieder Oikonomides per Kopf nach Civelek-Ecke waren nah dran, ehe es die kalte Dusche setzte: Onuigwe fand mit einem 50-Meter-Flugball Ziegler, der aus vollem Lauf volley zum 2:3 traf.

Aber Coburg rappelte sich nach diesem Niederschlag erneut auf. Lucas Jacob, über links frei durch, zielte noch zu zentral, Höhn machte es kurz darauf besser: Er tanzte von rechts kommend zwei Gegner aus und vollstreckte zum neuerlichen Ausgleich ins lange Eck. Der FCC wollte mehr, und genau das war bei zwei großen Chancen von Luca Oikonomides auch möglich. Aber einmal war ein Verteidigerbein im Weg, dann legte er – völlig frei vor SSV-Torwart Maurice Merkl – quer, statt selbst abzuschließen. So blieb es beim Unentschieden, das bei den Vestekickern vor allem wegen der Schlussphase nicht für uneingeschränkte Freude sorgen konnte. Schiebel: „Wir hatten heute richtig richtig viele Torchancen. Es kann 8:6 für uns ausgehen, dann haben wir ein gerechtes Ergebnis. Ich habe aber viel Positives gesehen.“ Sein SSV-Pendant Christoph Jank sah es ebenfalls mit gemischten Gefühlen: „Wir hatten gute Gelegenheiten, brauchen davon aber zu viele und lassen uns vor allem beim 3:3 viel zu leicht ausspielen.“ Coburg muss nun am Dienstag zum Derby zu Bayern Hof und kann dort beweisen, dass Spielfreude und Offensivpower nachhaltig zurück im FCC-Spiel sind. 

Aufstellung FCC:

Krempel, Späth, Tranziska, Civelek, Höhn (85. Fischer), Knie (76. Jacob), Kirchner, A. Guhling, Carl (62. Oikonomides), R. Guhling (76. Wieczorek), Geißendörfer

Aufstellung SSV Jahn Regensburg II:

Merkl, Schön, Luong Thanh, Gebhard, Totschnig, Kieffer (46. Zimmermann), Ziegler, Rost, Onuigwe, Seibold, Maul (46. Banden)

Torfolge: 1:0 Norik Höhn (19.), Jakob Seibold (20.), 2:1 Aykut Civelek (33.), 2:2 Kelvin Onuigwe (45.+6, Elfmeter), 2:3 Fabian Ziegler (75.), 3:3 Norik Höhn (83.)

Schiedsrichter: Dr. Quirin Demlehner (Assistenten: Elias Küffner, Mika Zellner)

Zuschauer: 120

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