Bayernliga Nord: FCC - ATSV Erlangen 2:1 (0:0)

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Dramatischer Heimsieg des FCC

Dramatisches Spiel im Coburger Stocke-Stadion: Ausgerechnet gegen den als bislang einziges unbesiegtes Team der Bayernliga Nord angereisten ATSV Erlangen hat der FC Coburg seine Heim-Durststrecke beendet und sich durch einen sensationellen Freistoßtreffer von „Zauberfuß“ Aykut Civelek tief in der schier endlosen Nachspielzeit einen 2:1-Sieg gesichert. Nach – durch Verletzungspausen bedingte – 109 (!) nervenaufreibenden Minuten verdiente sich der von zahlreichen Ausfällen geplagte FCC den zweiten Saisondreier mit einer beherzten, (zwei)kampfstarken und mannschaftlich enorm geschlossenen Leistung redlich und brachte seinen Coach Carl-Philipp Schiebel ins Schwärmen: „Nach all den Rückschlägen in dieser Woche eine solche Energieleistung abzuliefern – Riesenrespekt für die Jungs, zumal es das dritte Spiel in sechs Tagen war!“ Zudem gelang den Vestekickern die sofortige Rehabilitation für die bittere 0:3-Schlappe vom Derby bei Bayern Hof. 

Die Vorzeichen hierfür waren eigentlich ungünstig. Mittelstürmer Norik Höhn mit Fußbruch außer Gefecht, Wirbelwind „Camillo“ Fischer erkrankt, Regisseur Rene Knie sowie die Defensiv-Strategen Jonathan Baur und Domenic Lauerbach terminlich verhindert und Abwehrchef (und Kapitän) Maximilian Tranziska rotgesperrt – Schiebel musste improvisieren. Und das gelang vorzüglich: Der 17-jährige Lucas Jacob überzeugte als Mittelstürmer, der 18-jährige Jason Geißendörfer glänzte auf der Sechs, die umgestaltete Abwehrkette mit den bissigen Außen Maximilian Graß und Adrian Guhling sowie den kompromisslosen Innenverteidigern Jonas Kirchner und Leonard Späth funktionierte hervorragend. So ließ der FCC in Durchgang eins außer einem Solo von ATSV-Topscorer Lucas Markert defensiv nichts zu. Und nach vorne sorgte das Kreativzentrum mit Civelek, dem nur durch Fouls zu bremsendem Roman Guhling und Sven Wieczorek zusammen mit dem spielfreudigen Außenstürmer Fabian Carl immer wieder für Gefahr. Civelek aus 25 Metern (5.) haarscharf vorbei sowie aus 17 Metern ans Quergebälk (17.), Wieczorek gerade noch geblockt (29.) sowie Carl zweimal etwas zu unentschlossen (36.+45.) waren einem Treffer nahe.

Auch in Durchgang zwei starteten die Vestekicker mit Elan, doch Carls Schuss von halbrechts fand nicht ins Ziel. Dann aber ein Bruch im Spiel, und zwar für beide Teams. Denn Erlangens Keeper Emmanuel Agyekum und sein Teamkollege Dior Zabergja stießen nach einem Civelek-Freistoß so unglücklich mit den Köpfen zusammen, dass Erstgenannter mehrfach minutenlang behandelt werden und Zabergia mit einer Kopfwunde ausgewechselt und vom herbeigerufenen Sanka versorgt werden musste. Schiebel und sein ATSV-Pendant Shqipran Skeraj waren sich einig, dass das den Spielfluß beiderseits erst einmal ordentlich hemmte. Der FCC fand schneller in den Wettkampfmodus zurück: Civelek schickte Carl tief, dessen scharfe Hereingabe konnte Agyekum nur gegen Lucas Jacobs Oberschenkel lenken, von wo das Leder zum 1:0 über die Linie trudelte. Ab Minute 83 ein regelrechtes Elfer-Drama: Die Vorteilsregel nach Foul an Roman Guhling wurde für Coburg zum Nachteil, denn der Erlanger Konter führte nach Foul an Markert an der 16er-Grenze zum Strafstoß. Doch FCC-Zerberus Luis Krempel hielt den Schuss von Burak Ayvaz. Drei Minuten später sah der Schiedsrichter ein Erlanger Handspiel Zentimeter außerhalb des Strafraums. In Minute 97 zeigte er dann aber wieder gegen den FCC auf den Punkt, und diesmal ließ sich Markert die Chance nicht entgehen – 1:1. Aber eine Wendung hatte das Spiel noch, denn vier Minuten später „zelebrierte“ Civelek einen an ihm verschuldeten Freistoß aus 25 Metern in den Winkel. Das war der Siegtreffer, weil die Vestekicker, die durch Adrian Guhling sogar das 3:1 verpassten, den Vorsprung aufopferungsvoll ins Ziel retteten. 

Der Unterschied zum Auftritt in Hof? „Meine Jungs waren heute einfach schärfer gestellt, taktisch haben wir nichts geändert“, resümierte Schiebel. ATSV-Trainer Skeraj wollte seiner Elf nichts vorwerfen: „Wir hatten nach der englischen Woche einfach nicht die nötige Frische, die Mannschaft hat sich aber nicht aufgegeben. Am Engagement hat es nicht gefehlt, der Gegner hat uns ja auch nicht an die Wand gespielt.“ Und er schob fair nach: „Glückwunsch an Coburg!“ Die wichtige Erkenntnis für die Vestekicker: Erreichen sie ihre Leistungsgrenze, können sie auch in der Bayernliga gegen jeden Gegner punkten.

Aufstellung FCC:

Krempel, Späth, Civelek, Jacob (87. Künstler), Wieczorek, Graß, Kirchner, A. Guhling, Carl (78. Oikonomides), R. Guhling (90. Rom), Geißendörfer

Aufstellung ATSV Erlangen:

Ageykum, Rizai (85. Sahin), Ott, Deliboyraz, Ayvaz, Rexhepi, Zabergja (57. Spies), Vierengel (74. F. Markert), Müller, L. Markert, Owusu (62. Kuschka)

Torfolge: 1:0 Lucas Jacob (75.), 1:1 Lucas Markert (Elfmeter, 97.), 2:1 Aykut Civelek (101.)

Schiedsrichter: Leonhard Burghartswieser (Assistenten: Niklas Rumpel, Luis Lindner)

Zuschauer: 150

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