Bayernliga Nord: TSV Kornburg - FCC 1:2 (0:2)

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Spielglück der Tüchtigen für die Vestekicker

Mit dem (Spiel-)Glück der Tüchtigen hat Aufsteiger FC Coburg seinen dritten Saisonsieg in der Bayernliga Nord ergattert: Beim 2:1-Auswärtserfolg gegen den TSV Kornburg gab es für die Vestekicker gewissermaßen eine erste Auszahlung vom „Konto bei der Fortuna-Bank“, auf das die Schiebel-Schützlinge in den letzten Wochen opulent eingezahlt hatten. Statt fragwürdiger Schiedsrichterentscheidungen, verlorener Punkte trotz spielerischer Überlegenheit, Defensivaussetzern und eigener Verschwendungssucht vor dem gegnerischen Kasten entwickelte sich die Begegnung diesmal gegen spielerisch überlegene Kornburger in jeder Hinsicht zu Gunsten der FCCler, die sich zu Flutlichtspezialisten mausern (sämtliche Dreier wurden an einem Freitagabend eingefahren). Denn Coburg war offensiv effizient, verteidigte konzentriert und leidenschaftlich und profitierte davon, dass Kornburg zu viele Möglichkeiten ausließ. Nach zuletzt vier Spielen mit nur einem Punkt ein auch tabellarisch ganz wichtiger Erfolg für den FCC, der nun wieder Anschluss an das hintere Mittelfeld hergestellt hat. 

In Coburger Rufweite ist nun auch wieder der TSV Kornburg – eine Mannschaft, die mit höherklassig erfahrenen Akteuren gespickt ist und eigentlich ganz andere Tabellenregionen anpeilt. Alle Feldspieler der TSV-Startelf haben bereits in der Regionalliga oder gar höher gespielt. Dazu Schiebel: „Die haben natürlich ganz andere Voraussetzungen und Ansprüche als wir. Dass wir gegen eine solche Truppe dann auch mal 70 bis 80 Minuten leiden müssen, ist klar. Da zählt die Einstellung.“ Und seine Mannen erwiesen sich als bemerkenswert leidensfähig, hatten aber auch selbst fußballerisch einiges anzubieten. So schoss Goalgetter Aykut Civelek schon nach 30 Sekunden aus kurzer Distanz über das Tor. Kornburgs Trainer Hendrik Baumgart, bei „fupa.net“ mit „Unglaublich…Coburg gewinnt mit zwei Torschüssen“ zitiert, hatte diese FCC-Gelegenheit offensichtlich ebenso übersehen wie ein Eins-gegen-Eins von Cristian „Camillo“ Fischer gegen seinen Keeper Thorben Hochmuth oder die große Chance von Lucas Jacob.

Insgesamt verpassten die Hausherren jedoch gerade in Durchgang eins, aus ihrer klaren Überlegenheit über einen Lattentreffer hinaus Kapital zu schlagen. Mit „fast schon Chancenwucher“ beschrieb Schiebel das gegnerische Problem. Seine Spieler bekamen zwar gerade im Zentrum kaum Zugriff, brachten aber immer wieder gerade noch einen Fuß vor den Ball oder wurden von ihrem glänzend aufgelegten Keeper Luis Krempel gerettet. Und vorne schlug Coburg mit „zwei Geniestreichen“ (so Schiebel) zu und zog auf 2:0 davon. Erst bediente Civelek den pfeilschnellen Fischer, der das Leder unter´s Gebälk wuchtete (14.), dann revanchierte sich dieser – von Leonard Späth bei einem schulmäßigen Konter nach einer TSV-Ecke auf die Reise geschickt – kurz vor der Pause mit einem Querpass, den Civelek cool verwertete. 

Diesen Vorsprung verteidigte der FCC um „Defensivmaschine“ Jonathan Baur nach dem Seitenwechsel gekonnt mit Zähnen und Klauen. Aus dem Spiel heraus ließen die Vestekicker – die selbst nur noch einmal torgefährlich wurden, als Fabian Carl elfmeterverdächtig gestoppt wurde – nun nichts mehr zu, aber Kornburgs Standards waren brandgefährlich. Nach einer Ecke köpfte der baumlange Innenverteidiger Nico Moos zum Anschlusstreffer ein. Ein weiteres Tor nach einer Ecke wurde wegen Handspiels vom Referee nicht anerkannt. So blieb es beim 2:1 und dem von Coburg so dringend benötigten Sieg. Schiebel erleichtert: „Vielleicht hätten wir es in den Spielen davor mehr verdient gehabt, aber das ist egal. Jetzt müssen wir auch mal Spiele ziehen, in denen wir besser sind.“

Aufstellung TSV Kornburg:

Hochmuth, Schuster, Moos, Olschewski, Sauer (75. Januzi), Kussmann (67. Schmid), Gündling, Oppelt (86. Janz), Götz, Kestel, Klaus

Aufstellung FCC:

Krempel, Späth, Tranziska, A. Civelek, Baur, Jacob (90. Künstler), Fischer (55. Carl), Kirchner, R. Guhling (65. C. Civelek), Rom (79. A. Guhling), Geißendörfer (83. Graß)

Torfolge: 0:1 Cristian Fischer (14.), 0:2 Aykut Civelek (45.), 1:2 Nico Moos (63.)

Schiedsrichter: Andreas Dinger (Assistenten: Alexander Distler, Martin Götz)

Zuschauer: 200

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