BayL Nord: FCC - SpVgg Bayern Hof 4:0 (2:0)

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FCC überrennt Bayern Hof

Das hatten sich selbst kühnste FCC-Optimisten mit Sicherheit nicht für das Oberfrankenderby ihres FC Coburg gegen die SpVgg Bayern Hof erträumt: Die Vestekicker überrannten die SpVgg regelrecht und feierten mit dem 4:0-Heimerfolg nicht nur drei eminent wichtige Zähler im Abstiegskampf, sondern quasi nebenbei neben ihrem höchsten Bayernligasieg auch noch die gelungene Revanche für die 0:3-Hinspielniederlage. In einer ereignisreichen Partie waren die Schützlinge von Carl-Philipp „Calle“ Schiebel gegen etwas lethargisch wirkende Bayern das bessere, weil deutlich bissigere und spielfreudigere Team und bestätigten eindrucksvoll den bereits sehr guten Eindruck aus der – mit 0:2 verlorenen – Begegnung bei Jahn Regensburg II in der Vorwoche. Schiebel war zu Recht stolz auf seinen Mannen: „Das haben sich die Jungs verdient, weil sie seit Wochen richtig gut arbeiten. Wir haben auch letzte Woche überragend gespielt, und heute haben wir uns einfach mal belohnt!“ Sein Gegenüber Henrik Schödel analysierte schonungslos: „Die haben einfach die 20 Prozent mehr Biss gehabt und dadurch haben wir das Spiel verdient verloren.“

Schon in den ersten Minuten kristallisierte sich das Muster des Spiels heraus: Coburg suchte und fand die Zweikämpfe und nach Ballgewinn schnörkellos den Weg nach vorne, während Hof eher überrascht schien angesichts der FCC-Power. Im zentralen Mittelfeld waren Rene Knie und Roman Guhling die Herren der Lage, und insbesondere Cristian „Camillo“ Fischer war über die linke Angriffsseite schlicht nicht zu stoppen (Schödel: „Er hat halt einen Sahnetag gehabt.“). Zweimal verzog er deutlich (4.+5.), zweimal konnten seine Kollegen Querpässe nicht verwerten (10.+11.) – wobei sich insbesondere Cankut Civelek frei aus zehn Metern eine absolute Großchance bot – und einmal scheiterte er aus spitzem Winkel an Hofs Schlussmann Lukas Kycek. Doch anders als vor Wochenfrist beendeten die Vestekicker diesmal rechtzeitig den Chancenwucher. Und wie: Stratege Guhling nahm aus knapp 20 Metern Maß und zirkelte das Leder zur hoch verdienten Führung in die Maschen (23.). Das war – um es mit Schiebel zu sagen – „mit einem wunderschönen Treffer der Dosenöffner. Und dann ist es wie auch bei der berühmt-berüchtigten Ketchup-Tube alles auf einmal gekommen!“ Tatsächlich blieb seine Elf auf dem Gaspedal und hatte nach einer Ecke von Aykut Civelek durch Jonas Kirchners auf der Torlinie geklärtem Kopfball die nächste Großchance. Nach einem Civelek-Diagonalball war es dann aber soweit: Fischer ging auf und davon und tunnelte Kycek zum 2:0 (43.). Die SpVgg hingegen blieb bis zum Pausenpfiff offensiv blass. Zwar kamen Lucas Seidel (37.) und Paul Tittmann (45.+2) aus vielversprechenden Positionen zum Abschluss, doch heraus kam jeweils – so Schödel treffend – „ein Kullerball“.

Auch der Seitenwechsel brachte keine Veränderung. Vielmehr blieben die Gastgeber spielbestimmend und hatten durch Aykut Civeleks Lattenknaller gleich den nächsten Hochkaräter (51.). Zehn Minuten später zielte der stark spielende Rechtsverteidiger Leonard Späth nach einer Ecke aus sieben Metern um Zentimeter vorbei. Aber dann war wieder „Fischer-Time“: Nach einem langen Ball ließ er sich einmal mehr nicht über links aufhalten und nagelte das Spielgerät mit links ins lange Eck. Damit war die Begegnung gelaufen, Coburg jedoch noch nicht fertig. Norik Höhns Aufsetzer aus 18 Metern ließ Kycek nach vorne prallen und Aykut Civelek staubte zum 4:0-Endstand ab (77.). Da fiel nicht mehr ins Gewicht, dass Coburgs Jonathan Baur kurz vor Schluss mit Gelbrot vom Feld musste.

Entsprechend unterschiedlich war hinterher die Stimmung in den beiden Lagern. Henrik Schödel: „Wir haben insgesamt keinen Zweikampf voll angenommen, jeden Zweikampf verloren, …. dann verlierst du so ein Spiel. Wenn man das Donnerstagstraining sieht, da haben wir so gebissen, jeder wollte heute spielen, und heute … haben wir alles vermissen lassen, was wir eigentlich die Woche gut gemacht haben.“ Calle Schiebel war hingegen voller Freude, auch wenn „wir in der ersten Halbzeit schon viel, viel früher in Führung hätten gehen müssen“, richtete den Blick dann aber bereits nach vorne: „Ich hoffe, das war jetzt der erste Schritt.“ Den nächsten können seine Schützlinge am kommenden Freitagabend beim ATSV Erlangen tun. Dann gilt nach zuletzt fünf Niederlagen in der Fremde, auch dort die aktuell ordentlich vorhandenen PS auf die Straße zu bringen.

Aufstellung FCC:

Krempel, Späth, Tranziska, A. Civelek, Höhn (87. Graß), Knie (70. Baur), König (76. Rom), Fischer (76. Jacob), C. Civelek, Kirchner, R. Guhling (84. Lauerbach)

Aufstellung SpVgg Bayern Hof:

Kycek, Seidel, Skrabalek, Weiß (57. Frank), Gezer, Durkan (57. Saalfrank), Scherbaum, Tittmann, Hamann (78. Hofmann), Stadelmann (75. Wunderlich), Schubert (78. Pöhlmann)

Torfolge: 1:0 Roman Guhling (24.), 2:0 Cristian Fischer (43.), 3:0 Cristian Fischer (69.), 4:0 Aykut Civelek (77.)

Schiedsrichter: Maximilian Graf (Assistenten: Martin Maier, Christian Wolf)

Besondere Vorkommnisse: Gelbrot Jonathan Baur (FCC, 87.)

Zuschauer: 450

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