Auch wenn sich das Ergebnis deutlich liest, gab es im Samstagsspiel noch die eine oder andere Unstimmigkeit, gerade im Abwehrverbund. Zunächst konnte sich Coburg gegen die aggressiv verteidigenden Mittelfranken Spielvorteile erarbeiten, was auch bereits nach 12 Minuten zum 0:1 führte. Damian Ostermann durchquerte den 16er der Erlanger und wurde dort direkt vor den Augen des Schiedsrichters Florian Förtsch abgegrätscht. Dieser zeigte folgerichtig auf den Elfmeterpunkt und Pavlos Kotsonis netzte souverän zum Führungstreffer ein. Die Vestekicker hatten das Spiel völlig unter Kontrolle, so dass Matthieu Teissier nach vorausgegangener Ecke am zweiten Pfosten auf den hohen Ball wartete und diesen wunderschön ins gegnerische Tor einschieben konnte (30.). An sich alles gut soweit. Doch aus unerklärlichen Gründen ließ sich die Coburger Abwehrreihe vom Anstoß weg zweimal komplett überrennen und musste zwei Gegentreffer innerhalb von zwei Minuten hinnehmen (31. und 33.). Roman Kel schlug bereits in der Nachspielzeit der ersten Hälfte eine Ecke von links scharf in die Box, die vom gegnerischen Abwehrspieler unhaltbar ins eigene Tor abgelenkt wurde. Somit ging man mit 2:3 in die Halbzeit.
Das Trainerteam nutzte die Halbzeitpause für einige Korrekturen und Coburg spielte nun gefestigter. Erneut war es Kotsonis, der in der 38. Spielminute gut vor dem gegnerischen Tor positioniert zum 2:4 einschob. Doch Erlangen schaffte es erneut, um einen Zähler zu verkürzen, nachdem ein katastrophaler Rückpass in Richtung Jannik Alb vom Erlanger Kemal Coskun aufgenommen und verwertet werden konnte (59.). Der ATSV hatte nun Blut geleckt und kreierte noch zwei Großchancen, die jedoch beide von dem gut haltenden Alb pariert werden konnten. Die Erlanger überzogen nun ihre Tacklings und foulten teils überhart. Normalerweise hätte dies mit mehreren Karten bzw. Strafzeiten geahndet werden müssen, was der Referee jedoch unterließ. Leidtragender war Roman Kel, der nach einem bösartigen Foul an der Außenlinie verletzt vom Feld getragen werden musste. Doch Coburg ließ sich dadurch nicht entmutigen und hielt dagegen. So gelangen Felix Gerhardt kurz vor Spielende das 3:5 und der zwischenzeitlich eingewechselte Topstürmer Benny Fischer den Endstand von 3:6.
Nachdem die direkten Konkurrenten Bayreuth und Schweinfurt jeweils „nur“ Unentschieden spielten, konnte sich Coburg folgerichtig an die Tabellenspitze setzen.
Am kommenden Samstag kommt es zum ersten Spitzenspiel in der Wiesenstraße gegen die Schnüdel aus Schweinfurt. Anstoß ist um 12.00 Uhr.
