Mit mächtiger Offensivpower hat der FC Coburg daheim gegen die Zweivertretung von Drittligist FC Ingolstadt überzeugt: Die Vestekicker spielten die jungen Schanzer teilweise an die Wand und belohnten sich für eine Topleistung mit einem leistungsgerechten 4:0-Heimsieg. Für ein besonderes Ausrufezeichen sorgte dabei Mittelstürmer Norik Höhn mit seinem zweiten Dreierpack binnen der letzten drei Spiele, in denen er nun siebenmal getroffen hat. „Nach vorne sehe ich bei uns keinen Schwachpunkt“, lobte Trainer Carl-Philipp Schiebel seine Offensivabteilung völlig zu Recht, war aber noch mehr angetan von dem Zu-Null: „Was mich am meisten freut heute ist, dass wir die zwei, drei Chancen, die wir dem Gegner gegeben haben, mit Mann und Maus wegverteidigt haben!“ So blieb seine Elf zum vierten Mal in der laufenden Spielzeit ohne Gegentor, so dass diesmal uneingeschränkt galt: Vorne hui und hinten hui!
Der FCC wackelte nur fünf Minuten lang, als insbesondere Mussa Tasmin frei vor Luis Krempel auftauchte, aber am souveränen Coburger Schlussmann scheiterte. Dann aber kam das Coburger Umschaltspiel ins Rollen, und wie: Nach einem Ballgewinn am eigenen Strafraum dribbelte Roman Guhling durchs Mittelfeld und passte auf Camillo Fischer, der sich auf dem Weg zur Führung nicht mehr aufhalten ließ. Gegen sichtlich überraschte Gäste warfen die Vestekicker nun auch die Pressingmaschine an. Höhn eroberte das Leder am rechten Strafraumeck, Guhling trieb es gen FCI-Gehäuse und legte wieder zu Höhn, der eiskalt zum 2:0 traf. Schiebel sah es mit Wohlgefallen: „Wir haben eiskalt das Pressing ausgenutzt, eiskalt die Fehler ausgenutzt und hätten sogar das ein oder andere Tor mehr machen können, vielleicht auch müssen.“ Dabei spielte er vor allem auf die beiden Großchancen an, bei denen jeweils Luca Oikonomides durch war und Höhn aus besten Positionen nicht erhöhen konnte. Ingolstadt schnupperte nur einmal am Anschlusstreffer, doch Tasmins Kopfball nach einer Ecke küsste nur die Lattenoberkante.
Letzte Zweifel am Heimsieg beseitigte der FCC unmittelbar nach dem Seitenwechsel. Einen langen Ball verarbeitete Fabian Carl perfekt, legte überlegt auf Höhn und der vollstreckte humorlos zum vorentscheidenden 3:0. Carl (nach einer Ecke) und der von ihm kurz darauf bediente Höhn ließen das vierte Tor noch liegen, ebenso wie auf der anderen Seite zweimal Patrick Bachmann und Florian Pollock an Krempel scheiterten. Dann aber bat der von Rene Knie geschickte Höhn die Schanzer Defensive zum Tänzchen, das er mit einem Schuss ins kurze Eck und dem 4:0 beendete. Bei sommerlichen Temperaturen hatte Ingolstadt gegen weiter konzentrierte Vestekicker nichts mehr zuzusetzen, was Gästetrainer Oliver Georgiev ohne Umschweife einräumte: „Verdiente Niederlage. Wir waren eigentlich in allen Belangen unterlegen heute – zu langsam vom Kopf, zu langsam spielerisch, die Passqualität hat nicht gepasst, ebenso unsere Abschlüsse. Du hast einfach nicht diese Konstanz mit der U21. Aber man darf das trotzdem nicht so verlieren. Die Spieler wollen alle Profis werden.“
Sein Gegenüber Schiebel sah „eine richtig gute Leistung von den Jungs“, richtete den Blick aber sogleich nach vorne: „Genau darauf wird es in den kommenden drei Wochen ankommen. Alle müssen im Verbund verteidigen, auch und gerade wenn der Gegner Oberwasser hat. Und das haben wir heute richtig gut gemacht.“ Denn seit diesem Spieltag ist auch rechnerisch sicher, dass seine Mannen – wie schon am Ende der Bayernligaspielzeit 2024/25 – in die Abstiegsrelegation müssen. Anders als damals scheint der FCC diesmal aber rechtzeitig zu einer starken Form zu finden.
Aufstellung FCC:
Krempel, Tranziska, Knie, C. Fischer, Wieczorek (80. Rom), Höhn (85. Hopf), Kirchner (80. Lauerbach), Oikonomides (57. Jacob), Carl (67. A. Guhling), R. Guhling, Geißendörfer
Aufstellung FC Ingolstadt II:
Islami, Bagaric, Nottrodt (46. Coric), Bachmann, Tutu (71. Kabbia), Pollak, Lakatos, Tasmin, Haas, Öztürk, Nduka
Torfolge: 1:0 Cristian Fischer (11.), 2:0 Norik Höhn (19.), 3:0 Norik Höhn (49.), 4:0 Norik Höhn (65.)
Schiedsrichter: Steffen Ehwald (Assistenten: Jan Jürschik, Luis Lindner)
Zuschauer: 100
