LL Nordwest: FCC - FT Schweinfurt 3:1 (1:0)

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FCC-Youngster siegen hoch verdient

Einen hoch verdienten 3:1-Heimsieg hat sich der FC Coburg gegen die als Landesliga-Tabellenführer angereisten (allerdings nach erst einem Spieltag) Freien Turner aus Schweinfurt gesichert. Dabei liefen die Vestekicker verletzungs- und krankheitsbedingtmit einer extrem jungen Mannschaft auf (sechs eingesetzte Akteure dürfen noch bei der U19 antreten) und spielten mit jugendlichem Elan und Esprit groß auf. Allein die sehr mäßige Chancenverwertung verhinderte einen klareren Erfolg gegen einen Gegner, der am Ende sogar noch die Möglichkeit hatte, ins Spiel zurückzufinden, wie FT-Coach Benjamin Freund zu Recht anmerkte: „Wir haben Mentalität gezeigt. Daran ziehe ich mich aktuell jetzt hoch.“ Das trübte die Freude der Coburger letztlich aber nicht. FCC-Trainer Calle Schiebel, den der nicht immer souveräne Schiedsrichter Alexander Arnold in Minute 85 nach Diskussionen mit Gelbrot vom Platz schickte, sah zu Recht viel Positives: „Glückwunsch an diese junge Truppe. Das hat heute mit Sicherheit jedem Spaß gemacht, der hier im Stadion war.“

Gegner Schweinfurt wohl nicht, denn die Hausherren stürmten von Beginn an gen Gästetor. Innenverteidiger Moritz-Luca Hopf köpfte nach fünf Minuten völlig frei in die Arme von FT-Keeper Leon Miller, der als Mittelstürmer aufgebotene Ricardo König verzog aus sieben Metern (19.) und vergab nach Norik Höhns 18-Meter-Kracher den Abpraller aus acht Metern (20.), Leonard Späth köpfte an den Pfosten und König setzte den Ball neben das Gehäuse (25.), Max Lanzendörfers schönen Schlenzer fischte Miller aus dem Winkel (26.), Roman Guhlings Kopfball nach starker Flanke von Maximilian Graß verfehlte das Ziel um Zentimeter (40.). Auf der anderen Seite näherte sich FT-Goalgetter Dominik Popp zweimal nur zart dem Heimtor an. Doch kurz vor dem Pausenwechsel platzte dann endlich auch der Offensivknoten beim FCC. Nach Steckpass war Höhn durch. Seinen Schuss wehrte Miller noch ab, doch diesmal war König erfolgreich zur Stelle.

Nach dem Seitenwechsel machte der FCC einfach weiter. Adrian Guhling war nach Graß-Flanke fast zur Stelle (50.), König hatte nach Flanke von Adrian Guhling und Ablage von Graß aus drei Metern die Riesengelegenheit zum zweiten Treffer, doch ein Abwehrspieler klärte mit großer Grätsche. So dauerte es bis Minute 65, ehe ein langer Ball von Maximilian Tranziska von der FT-Abwehr unzureichend verteidigt wurde und Adrian Guhling sich bedankte. Schiebel wechselte nun mehrfach und Schweinfurt gewann die Oberhand. Gleichwohl hätte Artur Miller nach Vorlage von Graß beinahe getroffen (73.). Doch nach Tim Stühlers trockenem Abschluss aus 18 Metern stand es plötzlich nur noch 2:1. Der FCC schwamm kurz, bekam dann aber wieder Grund unter den Füßen und die Kontergelegenheit zur Entscheidung. Die nutzten die Vestekicker über Höhn, der mit viel Übersicht den cool zum 3:1 vollstreckenden Moritz Ötter einsetzte. Die letzten zehn Minuten verteidigte Coburg diesen Vorsprung, nur Popp hatte noch zwei Halbchancen.

Unter dem Strich eine spielerisch überzeugende Vorstellung des FCC, die aber auch die Achillesverse offenbarte: Die Mannschaft braucht zu viele Chancen, und nun steht auch Norik Höhn nicht mehr zur Verfügung. Er tritt ein Auslandsstudium in den USA an und wurde offiziell verabschiedet. Doch die Coburger vertrauen auf ihren Talentschuppen. Schiebel: „Wir haben heute einen 17-Jährigen in die Innenverteidigung gestellt, obwohl in der Zeitung stand, dass da ein echtes Stürmer-Monster kommt. Das zeigt, welchen Weg wir als Verein gehen. Das macht einfach nur Spaß, dieser Truppe zuzuschauen!“ Das Projekt „Jugend forscht“ wird also weitergehen. Auf der anderen Seite haderte Schweinfurts Übungsleiter Freund mit den individuellen Fehlern vor den ersten beiden Toren, erkannte aber auch die Leistung des Gegners an: „Natürlich hatten wir in der ein oder anderen Szene auch Glück, weil die Coburger die Chancen leichtfertig haben liegen lassen. Wenn man die 90 Minuten sieht, war der Sieg für Coburg verdient. Und wir haben schon am Mittwoch hier in der Nachbarschaft die nächste Chance.“

Aufstellung FCC:

Heland, Späth, Tranziska, König (74. Ötter), Hopf, Graß, Höhn (87. Schott), Lanzendörfer, A. Guhling (76. Hesse), Oikonomides (72. Straub), R. Guhling (67. Miller)

Aufstellung FT Schweinfurt:

Miller, Keuser, Almagrahi (46. Stühler), P. Werner, Walton, Kundmüller (77. Then), Lechner (87. Wolfrum), S. Werner (77. Wieland), Popp, Kirchner (46. Frey), Horn

Torfolge: 1:0 Ricardo König (41.), 2:0 Adrian Guhling (65.), 2:1 Tim Stühler (78.), 3:1 Moritz Ötter (83.)

Schiedsrichter: Alexander Arnold (Assistenten: Lauris Schleelein, Marc Treubert)

Zuschauer: 250

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