LL Nordwest: TuS Frammersbach - FCC 0:3 (0:0)

|   1. Mannschaft

Mit Spielglück zum klaren Auswärtssieg

Klarer Auswärtssieg für den FC Coburg bei der TuS Frammersbach: Von ihrer weiten Auswärtsfahrt in den tiefsten Spessart konnten die Vestekicker ein letztlich deutliches 3:0 und damit drei wichtige Punkte mitnehmen. Zu verdanken hatten das die diesmal von Fritz Kühnlenz und David Reich gecoachten FCCler – Cheftrainer Calle Schiebel war verhindert – einer starken Leistung und auch ein wenig dem nötigen Fortune. „Heute war das Spielglück schon auf unserer Seite“, wusste Kühnlenz. Denn seine Mannen profitierten von einer frühen roten Karte gegen Dominik Englert, der von Adrian Guhling gelbwürdig (und auch so geahndet) gefoult seinen Gegenspieler vor den Ohren des Referees beleidigte. Dazu landeten zwei Frammersbacher Kopfbälle am Quergebälk und die Gastgeber beförderten sich das 1:0 durch eine Slapstick-Aktion von Innenverteidiger Marius Haas selbst in die Maschen. Aber Coburg verdiente sich diesen Verlauf auch durch eine spielerisch und zweikämpferisch sehr gute Vorstellung. Kühnlenz: „Drei Tore in Frammersbach muss man erst einmal machen, dann auch noch zu Null gegen einen sehr starken Gegner. Die werden hier nicht viele Punkte liegen lassen im Normalfall.“

Die von Spielertrainer Patrick Amrhein angeführten Gastgeber starteten in der Tat stark und zeigten bis Minute 24, dass es ein Spiel auf Augenhöhe hätte sein können. Einer guten Gelegenheit von Coburgs Knipser Ricardo König stand ein vom überzeugenden FCC-Keeper Christian Schliebitz gut parierter Amrhein-Freistoß gegenüber. Dann aber ließ sich Englert zu seinem Verbalfoul hinreißen, schwächte seine Mannschaft nachhaltig und gab dem Spiel einen neuen Drall. Amrhein haderte mit der Entscheidung des Referees und den Schiedsrichtern insgesamt: „Da muss er mehr Fingerspitzengefühl zeigen, auch wenn ich nicht genau weiß, was mein Spieler gesagt hat. Aktuell haben wir etwas Pech mit den Schiris, die versauen uns Woche für Woche das Spiel.“ Auch Kühnlenz erkannte diese Situation als wegweisend: „Mit der roten Karte waren dann die Zeichen für uns gestanden.“ Und seine Spieler erkannten sie. Denn von nun an war der FCC am Drücker. Adrian Guhling über rechts und Roman Guhling über links kamen durch, doch ihre Rückpässe wurden gerade noch geklärt, Jason Geißendörfer zielte aus 18 Metern haarscharf daneben, Adrian Guhling traf das Leder aus der Drehung nicht richtig.

Unmittelbar vor und nach der Pause neigte sich die Waagschale dann endgültig auf die Seite der Vestekicker. Erst lenkte Schliebitz einen Kopfball von Unglücksrabe Haas an die Lattenunterkante, dann traf Haas nach Hereingabe von Geißendörfer mit dem Bauch zum 0:1 ins eigene Netz. Coburg setzte nach. Adrian Guhlings Abschluss wurde noch soeben über das Tor abgefälscht, doch dann schlugen die Minuten des 18-jährigen Max Lanzendörfer. Einen flachen Querpass von Maximilian Graß nagelte er aus 14 Metern mit links in den Winkel (56.), und nach einem wegen eines Stellungsfehlers von Innenverteidiger Tim Zachrau zur Vorlage mutierten Kopfball von Roman Guhling sorgte er sechs Minuten später für die endgültige Entscheidung. Die Geschichte des Spiels schrieb allerdings Mannschaftskapitän Maximilian Tranziska. Denn erst scheiterte er zwischen den beiden Lanzendörfer-Treffern mit einem an Roman Guhling verschuldeten Foulelfmeter an TuS-Schlussmann Leon Raven. Dann trat er zwei Minuten nach dem 3:0 nach Foul an König erneut zum Strafstoß an, Raven parierte wieder und Tranziskas Nachschuss mit rechts geriet zum am Pfosten vorbeirollenden Hoppelball.

Kühnlenz konnte es mit einem Augenzwinkern nehmen: „Ich freue mich, dass er auf der Rückfahrt jetzt wohl mal zwei Stunden etwas ruhiger sein wird. Die Elfmeterschützenliste wird jedenfalls noch einmal überarbeitet.“ Weh taten diese vergebenen Gelegenheiten seiner Mannschaft – bei der in der Schlussphase Ulrich Spies debütierte –  nicht mehr, zumal Hannes Merz in Minute 79 per Kopf nur die Latte traf und eine Aufholjagd der TuS damit ausfiel. Amrhein war hinterher verständlicher Weise frustriert: „Bitteres Spiel heute. Bis zu der roten Karte waren wir klar die bessere Mannschaft und sehr gut im Spiel, wie die letzten Wochen auch. In Unterzahl ist es dann auch schwierig, du kriegst so ein blödes Eigentor, kannst das 1:0 machen und der Ball geht nicht rein.“ Sein Gegenüber Kühnlenz lobte seine Elf dafür, wie sie die Überzahl ausspielte: „Alle haben heute durchweg eine gute Leistung gezeigt, auch die Einwechselspieler.“ Mit dem Sieg hat der FCC nun jedenfalls Tuchfühlung mit der Spitzengruppe aufgenommen.

Aufstellung TuS Frammersbach:

Raven, Beck M., Brahimi, Haas, Englert, Mühlhoff, Zachrau (70. Muthig), Beck A., Amrhein (63. Moreno), Summa, Merz (86. Küppers)

Aufstellung FCC:

Schliebitz, Späth, Tranziska, König, Hopf, Graß, Lanzendörfer (76. Biemann), A. Guhling (61. Wieczorek), Oikonomides (65. Spies), R. Guhling (73. Schott), Geißendörfer

Torfolge: 0:1 Marius Haas (46., Eigentor), 0:2 Max Lanzendörfer (56.), 0:3 Max Lanzendörfer (62.)

Besondere Vorkommnisse: Rote Karte Dominik Englert (Frammersbach, 24.); Maximilian Tranziska (Coburg) verschießt zwei Elfmeter (58., 64.)

Schiedsrichter: Maximilian Kroepfl (Assistenten: Sascha Thiemann, Georg Webersberger)

Zuschauer: 170

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