LL Nordwest: 1. FC 06 Bad Kissingen - FCC 0:3 (0:2)

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FCC mit nächstem Auswärtscoup

Den nächsten Auswärtscoup gelandet hat der FC Coburg. Beim 1. FC 06 Bad Kissingen holten die Vestekicker den dritten Dreier auf fremdem Geläuf in Folge, und das beim 3:0 erneut mit drei Toren Vorsprung. Das Ergebnis entsprach auch den Kräfteverhältnissen an diesem Tag. Denn die Schützlinge von Coach Calle Schiebel waren nicht nur in der Offensive gedanklich und auch physisch zumeist schneller als ihre Gegenspieler, sondern gestatteten mit konsequentem Defensivspiel den Nullsechsern über die gesamten 90 Minuten keine einzige echte Großchance. Schiebel freute sich: „Wir haben gegen einen richtig guten Gegner hier zu Null gewonnen, den Raum wirklich gut genutzt vor allem in der ersten Halbzeit, in der zweiten Halbzeit sehr erwachsen verteidigt und dann im richtigen Moment zugeschlagen.“ Angesichts eines Durchschnittsalters seiner Mannen von 22,6 Jahren, drei eingesetzten U19-Junioren (zwei davon in der Startelf) und fünf verletzten bzw. urlaubenden potenziellen Leistungsträgern eine sehr bemerkenswerte Bilanz des Auftritts der FCC-Stürmer und -Dränger!

Den Grundstein für den Erfolg legten die Vestekicker mit einer furiosen Anfangsphase, in der sie die Gastgeber förmlich überrannten. Nach etwas mehr als drei gespielten Minuten flankte Florian Biemann von links, die unermüdlich rackernde Sturmspitze Ricardo König führte das Kopfballduell und Youngster Noa Schott brachte den Ball per Knie gen Torlinie, über die Tizian Fella ihn bei seinem Rettungsversuch beförderte. Und die Post ging weiter ausschließlich Richtung Heimtor ab, in dem es zehn Minuten später wieder einschlug. Vom zweikampfstarken Roman Guhling bedient beförderte Jason Geißendörfer das Spielgerät aus 20 Metern mit einem Präzisionsschuss zum 2:0 ins Ziel. In der Folge hatten König und Schott weitere gute Gelegenheiten, und der FCC ließ zudem etliche Überzahlsituationen leichtfertig ungenutzt. Bad Kissingens Übungsleiter Tim Herterich kommentierte den ersten Spielabschnitt lakonisch: „Da war [bei Coburg] höheres Tempo da; überrascht hat es uns nicht, wir waren einfach zu schläfrig.“ Sein Gegenüber Schiebel hatte nur eines zu kritisieren: „Wir hätten in der ersten Halbzeit mindestens ein Tor mehr machen müssen!“

So blieben die Nullsechser am Leben und kamen nach dem Seitenwechsel besser ins Spiel. Doch mehr als Halbchancen für Fella und Fabio Seufert bot sich der Heimelf nicht. Herterich haderte mit der fehlenden Präzision: „Wir brechen zweimal durch über rechts, wo wir jeweils den Ball nicht anbringen mit dem letzten Pass; das Spiel musst du eher auf 1:2 stellen in der zweiten Halbzeit, dann ist alles drin.“ Schiebel hatte hingegen nicht das Gefühl, dass etwas hätte anbrennen können: „Unser Torwart musste keinen Ball halten, das spricht für unsere defensive Arbeit heute; da bin ich sehr, sehr zufrieden, auch mit der Konzentration und dem Fokus, den die Jungs an den Tag gelegt haben.“ Und seine Mannen schlugen eine Viertelstunde vor Ende final zu. König spritzte in einen zu kurzen Rückpass von Julius Rödl, umkurvte Keeper Jan Hofmann und legte uneigennützig quer zu Artur Miller, der mit seinem Landesliga-Premierentor zum 3:0 den Deckel drauf machte. Bitter für Bad Kissingen, dass sich ihr Spielmacher und Kapitän Cedric Bäßler in der letzten Spielsituation im Kontakt mit einem Mitspieler eine Knöchelverletzung zuzog.

Herterich fand das symptomatisch: „Das passt zum Spiel, passt zur Saison und macht die Ausgangslage für die nächsten Wochen nicht besser. Das Positivste ist, das du die Mannschaften `rum´ hast, die am Ende der Saison wahrscheinlich oben stehen werden wie Karlburg, Coburg, Abtswind.“ Tatsächlich haben sich die Coburger mit dieser starken Vorstellung vorsichtig an das Vorderfeld herangepirscht, müssen aber noch an Konstanz gerade zu Hause zulegen. Eine hervorragende Gelegenheit hierzu bietet sich am kommenden Mittwoch im Derby gegen den TSV Mönchröden, für das das Coburger Stocke-Stadion sicherlich einen stimmungsvollen Rahmen bieten wird.

Aufstellung 1. FC 06 Bad Kissingen:

Hofmann, Fella (72. Ride), Halbig, Seufert, Adrow, Krettek, Büchner (54. Schmitt), Kirchner (80. Hüfner), Bäßler, V. Rödl (80. Eschenbacher), J. Rödl

Aufstellung FCC:

Schliebitz, Späth, Tranziska, König (80. Spies), Hopf, Schott (65. Ötter), Lanzendörfer (82. Batrachenko), A. Guhling (74. Graß), R. Guhling (58. Miller), Geißendörfer, Biemann

Torfolge: 0:1 Tizian Fella (4., Eigentor), 0:2 Jason Geißendörfer (15.), 0:3 Artur Miller (78.)

Schiedsrichter: Dominik Fober (Assistenten: Noa Kreß, Isabel Wirnshofer)

Zuschauer: 222

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