LL Nordwest: SpVgg Hösbach-Bahnhof - FCC 2:3 (0:3)

|   1. Mannschaft

FCC ist auswärts eine Macht!

Auswärts eine Macht bleibt der FC Coburg in der Landesliga Nordwest. Zum Abschluss der englischen Woche landeten die Vestekicker beim bisherigen Tabellenvierten SpVgg Hösbach-Bahnhof mit 3:2 ihren vierten Erfolg auf fremdem Geläuf in Folge und lieferten dabei in Halbzeit eins eine Leistung wie aus einem Guss ab. Coach Calle Schiebel konstatierte völlig zu Recht: „Ich denke, wir haben eine überragende erste Halbzeit gespielt.“ Dass es am Ende doch noch ziemlich eng wurde, hatten sich die Coburger zum Teil selbst zuzuschreiben, weil sie in ihrer Intensität nachließen. Andererseits bäumte sich der Gastgeber stark auf und kam durch einen Doppelpack von Kapitän Patrick Schneider nochmals heran. Dementsprechend konnte auch Hösbachs Spielertrainer Max Grünewald Positives aus der Begegnung ziehen: „Wir haben nach der Pause eine Reaktion gezeigt. Auf diese Halbzeit müssen wir aufbauen.“

In Durchgang eins offenbarte sich allerdings erst einmal ein Klassenunterschied. Der FCC ließ den Bahnhofern mit extrem hohem Pressing keine Luft zu Atmen und erspielte sich Chance um Chance. Dabei zeigten die Schiebel-Schützlinge, zu welchem spielerischen Feuerwerk sie auf einem gut bespielbaren Rasen in der Lage sind. Auf dem engen, aber gepflegten Untergrund konnten die Vestekicker spielerisch aus dem Vollen schöpfen. Und das führte postwendend zu Zählbarem: Schon nach der ersten Ecke brachte Maximilian Graß das Leder nochmals zur Mitte, wo Torjäger Ricardo König es mit der Brust mitnahm und in einer Bewegung mit dem linken Fuß technisch brillant aus 12 Metern ins lange Eck beförderte. Bereits mit dem nächsten Angriff hatte der mit enormem Zug zum Tor agierende Roman Guhling – erneut nach Graß-Vorlage – die nächste Großchance, doch seine Direktabnahme strich am Kreuzeck vorbei. Besser machte er es beim nächsten Versuch: Max Lanzendörfer schickte per schönem Lupfer Luca Oikonomides auf die Reise, der Guhling bediente. Dieser tanzte zwei Gegner aus und beförderte das Spielgerät unhaltbar zum 2:0 in den Torwinkel. Es folgten eine Großchance von König und ein elfmeterverdächtiges Tackling an Guhling.

Die völlig verunsicherte Heimelf schenkte dem FCC zudem den dritten Treffer: Keeper Jannik Vaeth rutschte unter dem Ball weg und König sorgte mit seinem Saisontreffer sieben für das vermeintlich vorentscheidende dritte Tor. Auch nach dem Seitenwechsel hatte Coburg das Spiel im Griff und trotz nachlassendem Druck auf Hösbach durch Guhling zweimal sehr gute Gelegenheiten zur Entscheidung. Hösbach wehrte sich allerdings entschieden, und nach einem Coburger Fehlpass im Mittelfeld war Schneider plötzlich über rechts durch und traf cool zum 1:3. Wenige Minuten später dann der nächste FCC-Fehlpass, der zu einem Einwurf führte. Diesen führte die SpVgg lang aus und Schneider war erneut zur Stelle. So war das Match plötzlich wieder offen, oder um es mit Schiebel zu sagen: „Auf dem engen Platz wird das ganz schnell nochmal richtig scharf hier.“ In den letzten 15 Minuten hatte der eingewechselte Fabian Carl zweimal das 4:2 auf dem Fuß, doch Vaeth und ein Verteidigerbein waren dagegen. Auf der anderen Seite hätte die Kombi von langem Einwurf und Schneider-Kopfball in der Nachspielzeit fast noch zum Ausgleich geführt, zudem war FCC-Torwart Christian Schliebietz gegen Grünewalds Gewaltschuss auf dem Posten.

So blieb es bei Coburgs Dreier, was Schiebel – ganz Pragmatiker – wie folgt quittierte: „Wir haben gewonnen, alles andere ist mir gerade völlig egal. Sieben Punkte aus der englischen Woche ist auch okay.“ Der schmale Hösbacher Platz, in Halbzeit eins noch ein Vorteil für die Coburger, sorgte jedenfalls für gewaltig Spannung, denn (so Schiebel): „Man kann das Spiel nicht groß in die Breite ziehen und keine Stationen spielen.“ Sein Gegenüber Grünewald hatte einen anderen, aber nicht minder interessanten Erklärungsansatz für die letztlich spielentscheidenden ersten 45 Minuten: „Die erste Halbzeit haben wir komplett verpennt. Keine Ahnung, ob wir teilweise noch auf dem Stadtfest waren.“ In der Tabelle hat der FCC den stark gestarteten Aufsteiger Hösbach nun jedenfalls erst einmal überholt.

Aufstellung SpVgg Hösbach-Bahnhof:

Vaeth, Nerl (31. Bohn), Braun (78. Staab), Hein (78. Kempf), Hoffmann, Grünewald, Schneider, Riedl (70. Johns), Weineck, Renner, Bauer

Aufstellung FCC:

Schliebitz, Späth, Tranziska, König (77. Knie), Hopf, Graß (61. Spies), Lanzendörfer, Oikonomides (64. Schott), R. Guhling (77. Carl), Geißendörfer (64. Ötter), Biemann

Torfolge: 0:1 Ricardo König (5.), 0:2 Roman Guhling (14.), 0:3 Ricardo König (30.), 1:3 Patrick Schneider (75.), 2:3 Patrick Schneider (80.)

Schiedsrichter: Holger Hofmann (Assistenten: Nicklas Dietsch, Jona Niklas)

Zuschauer: 220

Zurück