Bayernliga Nord: SC Großschwarzenlohe - FCC 0:1(0:1)

|   1. Mannschaft

Ein "Verteidigungs-Gemälde"

Der FC Coburg ist angekommen in der Bayernliga Nord. Am zweiten Spieltag haben die Vestekicker nicht nur ihre ersten drei Zähler eingefahren. Vielmehr haben die Schützlinge von Coach Carl-Philipp Schiebel beim 1:0-Auswärtssieg beim SC Großschwarzenlohe jedenfalls ab Minute 30 auch gezeigt, wie sie in der neuen Spielklasse bestehen wollen und können: Mit jeder Menge Teamgeist, defensiver Kompaktheit und der auf diesem Spielniveau erforderlichen Physis. Schiebel wurde nach der Begegnung fast schon lyrisch, als er ein „richtiges Verteidigungs-Gemälde“ seiner Elf beschrieb. „Gerade nach der Pause war das eine Defensiv-Meisterleistung! Dass eine Coburger Mannschaft eine ganze Halbzeit verteidigt und daran erkennbar so viel Freude hat, habe ich noch nicht gesehen.“ Tatsächlich sorgte folgender Dreiklang für Saisonsieg eins des FCC: Erst konnte Großschwarzenlohe vier Hochkaräter nicht verwerten, dann hatte Coburg den genialen spielerischen Moment der Partie und ließ im Anschluss daran einfach nichts mehr zu. 

In das Duell zweier Landesligameister der Vorsaison ging der gastgebende SC beim ersten Bayernliga-Heimspiel der Vereinsgeschichte mit mächtig Rückenwind: 25 Punktspiele (18 Siege, sieben Remis) in Serie hatte man seit Anfang September 2024 nicht mehr verloren und zum Ligaauftakt beim starken TSV Kornburg mit 1:1 gepunktet. Die Coburger waren hingegen mit einer Heimniederlage gegen Bamberg im Gepäck und jeder Menge verletzungs- und berufsbedinger Ausfälle (Schiebel: „Mir haben heute 13 Spieler aus dem Kader der Ersten gefehlt) angereist. So verordnete Schiebel seinem Team ein defensives Konzept mit Jonathan Baur und Jonas Kirchner als Doppelsechs. Doch nach ordentlichem Beginn verlor der FCC ab Minute zehn zunehmend seine defensive Ordnung, während der SC seine ganze spielerische Klasse zeigte und immer wieder über außen gefährlich wurde. Zweimal tauchte Maximilian Takacs allein vor dem bärenstarken Gästekeeper Luis Krempel (Schiebel: „Er hat uns im Spiel gehalten.“) auf, konnte ihn aber ebenso wenig bezwingen wie Christian Heinloth aus 16 Metern oder Timo Kräftner per Direktabnahme. Für Coburg stand nach einer halben Stunde nur ein Civelek-Fernschuss auf dem Zettel, den Sebastian Vogel mit einer Glanzparade entschärfte.

Dann die Minute 31 als echter Gamechanger: Roman Guhling bediente per gedankenschnellem Schnittstellenpass Linksverteidiger Valentin Rom, und dessen präzise Hereingabe drückte Aykut Civelek zur zu diesem Zeitpunkt schmeichelhaften FCC-Führung über die Linie. Ab da war es ein völlig anderes Spiel: Die Vestekicker gestatteten den Hausherren in den restlichen gut 60 Minuten nur noch einen einzigen wirklich gefährlichen Abschluss (Takacs direkt nach dem Seitenwechsel aus 16 Metern knapp vorbei), weil sie mit viel Leidenschaft die Räume zuliefen und fortan alle wichtigen Zweikämpfe gewannen. Auch die Nachspielzeit überstand der FCC unbeschadet. Einen Schlenzer von Fabian Klose blockte die Abwehr um Kapitän Maximilian Tranziska erfolgreich (90.+3), und bei einem Civelek-Freistoß in Minute 96 schnupperte Coburg sogar am zweiten Treffer. 

So blieb es beim knappen FCC-Sieg, der einen frustrierten SC-Trainer Florian Bauer zurückließ: „Das ist schon sehr ernüchternd! Die erste Halbzeit war noch richtig gut, da haben wir Chancenwucher betrieben. Es hat leider offensiv die letzte Überzeugung gefehlt, die du einfach brauchst. Unsere zweite Halbzeit war dann schwach und das Spiel war super zerfahren.“ Sein Gegenüber Schiebel war hingegen ziemlich stolz auf seine Mannen: „Ich kann nur meinen Hut ziehen. Das war jetzt innerhalb von neun Tagen unser viertes Spiel, gestern beim Training waren die Jungs noch komplett kaputt. Wegen der vielen Ausfälle musste ich Spieler aus der U21 einwechseln, die das top gemacht haben.“ Sein Fazit: „Ein dreckiger Sieg, wie er im Buch steht, und ganz wichtig für uns!“ Weiter geht es für den FCC am kommenden Freitag (18.30 Uhr) daheim mit dem nächsten Aufsteigerduell gegen den FSV Stadeln. Eine Woche Gelegenheit also zum Kräftesammeln.

Aufstellung SC Großschwarzenlohe:

Vogel, Chatzioglou (69. Takmak), Klose, Schäll (56. Egerer), Kräftner (82. Schallmayer), Takacs (82. Schwarzer), Müller, Heinloth (69. Wessner), Opcin, Schwarz, Ruiu

Aufstellung FCC:

Krempel, Hartmann (77. Graß), Tranziska, Civelek, Baur, Höhn (90. Hesse), Kirchner, Lauerbach, Fischer (57. Oikonomides; 87. Künstler), R. Guhling (72. Jacob), Rom

Torfolge: 0:1 Aykut Civelek (31.)

Schiedsrichter: Steffen Ehwald (Assistenten: Felix Richter, Lauris Schleelein)

Zuschauer: 356

Zurück